Veranstaltungen

Was hält unsere Gesellschaft zusammen?
Gesprächsabend mit Prof. Dr. Norbert Lammert

Termin: 26. September, 18.30 – 20.00 Uhr
Ort: Bürgerhaus Süd, Körnerplatz 2
Kooperation: Regionalbüro Westfalen der Konrad-Adenauer-Stiftung, Theodor-Heuss-Gymnasium Recklinghausen, Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Kreis Recklinghausen e.V., VHS Recklinghausen
Anmeldung erforderlich: koch@gee-online.de

In welchem Zustand befindet sich unsere Gesellschaft und vor welchen Herausforderungen steht unsere Demokratie? Zunehmende Hetze, beispielsweise in den Sozialen Medien, offener Hass gegen Andersdenkende oder Mitglieder von Religionsgemeinschaften, Anfeindungen gegen politische und gesellschaftliche Verantwortungsträger, Pressevertreter oder Rettungskräfte lassen eine Verrohung erkennen. Oft wird gar eine „Spaltung“ postuliert. Inwiefern erdulden wir als Gesellschaft diese Tendenzen? Senken wir die Hemmschwelle des Zumutbaren immer weiter herab? Wie wollen wir in Zukunft zusammenleben? Lassen wir es zu, dass bestimmte Personengruppen in unserem Land Angst um ihre Sicherheit oder gar um ihr Leben haben müssen? Wir sind gefordert, denn eine Demokratie braucht Menschen, die Verantwortung übernehmen möchten.


Über_Leben
Lesung zum Thema der Literaturtage mit Texten junger Autor*innen

Mit: Junge Autor*innen
Termin: 29. September 2022, 16 Uhr
Ort: Gymnasium Petrinum Recklinghausen, Aula
Kooperation: Veranstaltergemeinschaft #literaturtage_recklinghausen

Was bewegt junge Menschen, Schülerinnen und Schüler, wenn sie das diesjährige Motto der Literaturtage aufnehmen? Wir haben Schulen gebeten, die Idee an Schülerinnen und Schüler weiterzugeben, eigene Texte – Prosa oder Poetry – zum Stichwort „Über_Leben“ zu verfassen. Ob sich Klassen daran beteiligen oder einzelne Schüler und Schülerinnen, ob der aktuelle Bezug zum Ukraine-Krieg thematisiert oder etwas aus der Geschichte (z.B. Überleben in der NS-Zeit) genommen wird oder etwas ganz anderes, ob die Texte einen persönlichen Hintergrund haben oder fiktiv sind – das alles bleibt den jungen Autor*innen selbst überlassen.

Erste Texte wurden schon vor den Sommerferien eingereicht, weitere können noch bis Mitte September folgen: gerda.koch-gcjz@t-online.de

Am 29. September präsentieren wir eine Textauswahl, die von den jungen Autorinnen und Autoren vorgetragen werden sollen. Geplant ist, die Texte in einer Broschüre zu veröffentlichen.


Mit Pinsel und Feder gegen Krieg und Faschismus
Aus dem Werk der Brüder Josef und Karel Čapek
Lesung mit Bildern und Informationen

Mit: Roswitha Killinger und Gerda E.H. Koch
Termin: 18.10.2022, 19.00 Uhr
Ort: Elektrizitätsmuseum Recklinghausen
Kooperation: Kinderlehrhaus zur Förderung interreligiösen und interkulturellen Lernens e.V., VHS Recklinghausen,
Anmeldung: koch@gee-online.de

Josef Čapek (1887–1945) gilt als einer der vielfältigsten europäischen Künstler. Er arbeitete als Maler, Graphiker, Zeichner, Illustrator, Bühnenbildner und Autor und als politischer Karikaturist.

Sein jüngerer Bruder Karel (1890–1938) ist einer der bekanntesten Autoren phantastischer, gesellschaftskritischer Literatur der 1920er Jahre. Mit dem Staatspräsidenten der ersten tschechoslowakischen Republik, Masaryk († 1937), waren beide freundschaftlich verbunden; in ihrem Haus waren Chefredakteure führender Tageszeitungen, Politiker, Literaten und Künstler zu Gast.

Die Brüder Čapek waren scharfsinnige Beobachter des politischen Weltgeschehens und ausgewiesene Kenner der Geschichte. Sie warnten eindringlich „mit Pinsel und Feder“ vor dem wachsenden Nationalsozialismus und Faschismus.

Die Lesung gibt einen Einblick in das Schaffen der Künstler, das stark von den politischen Ereignissen zwischen den zwei Weltkriegen geprägt war und von erschreckender Aktualität ist.


„Metamorphosen des Bösen“
Deutsch-russische Feindbilder im 20. Jahrhundert

Mit: Dr. Klaus Waschik, Osteuropa-/Russlandexperte
Termin: 25. Oktober 2022, 19.00 Uhr
Ort: Gymnasium Petrinum, Aula
Kooperation: VHS Recklinghausen, Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Kreis Recklinghausen e.V.
Anmeldung: koch@gee-online.de

„Jeder Schuss – ein Russ‘, jeder Stoß – ein Franzos‘“. Im Gegensatz zu historischen Feindbildern zwischen den Ländern Europas, die uns heute in der EU vollkommen anachronistisch erscheinen, sind Feinbilder zwischen Deutschland und Russland bzw. der UdSSR auf beunruhigende Weise stets virulent geblieben. Auf jahrhundertealten Schreckensvisionen von Hunnenstürmen und mordenden Kosaken aufbauend, hatten antisowjetische Feindbilder im 20. Jahrhundert und haben auch seit neuestem antirussische Feindbilder Konjunktur. Stellte man gegenüber dem „Erzfeind Frankreich“ nie in Abrede, dass es sich hierbei um eine große Kulturnation handelte, so wurde (und wird erneut) die fundamentale Andersartigkeit Russlands gegenüber dem Westen und auch Deutschland hervorgehoben. So festigte das Anders-Sein Russlands auch das So-Seins des Westens.

Und auch Russland bzw. die UdSSR schöpfte einen nicht unwesentlichen Teil seiner/ihrer staatlichen und weltanschaulichen Identität aus jener Frontstellung gegenüber einem „verfaulenden Westen“, durch den sie sich einerseits belagert sah, dem gegenüber sie sich andererseits als Ort der „wahren Lehre“ inszenierte.

In der Veranstaltung werden anhand von unterschiedlichen Medien traditionelle wie aktuelle Feindbilder zwischen Russland und Deutschland thematisiert und in ihrer Herkunft, Zielsetzung und Wirksamkeit hinterfragt.


„Wieder gut gemacht?“
70 Jahre Luxemburger Abkommen

Mit: Manfred Schmitz-Berg, ehem. Richter am OLG Düsseldorf, Autor, Referent u.a.m.
Termin: Dienstag, 29. November 2022, 18 Uhr
Ort: Stadtarchiv, Hohenzollernstr. 12, 45659 Recklinghausen
Kooperation: Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, Verein für Orts- und Heimatkunde, VHS Recklinghausen
Anmeldung: koch@gee-online.de

Die Terrorherrschaft der Nazis hat zu millionenfachem, im Namen des Staates begangenen Unrecht geführt. Verfolgte aus fast allen Ländern Europas, wenn sie denn mit dem Leben davonkamen, hatten oft lebenslange schwerste körperliche und seelische Beeinträchtigungen zu ertragen. Und wer an Leib und Leben verschont blieb, sah seine wirtschaftliche Existenz vernichtet oder sein Vermögen entzogen.

Wie ist der größere der beiden deutschen Nachfolgestaaten – unser Rechtsstaat Bundesrepublik – ab Wiedererlangung der staatlichen Handlungsfähigkeit rund viereinhalb Jahre nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches mit den Opfern und Geschädigten der Naziherrschaft umgegangen? Gab es für alle oder wenigstens die meisten Betroffenen eine „Wiedergutmachung“ (wenn eine solche angesichts der schrecklichen Verbrechen überhaupt möglich sein kann)? Oder wurde wenigstens versucht, angemessenen Ersatz für an Leib, Seele und Vermögen erlittene Schäden zu leisten?

Der 70. Jahrestag des im September 1952 zwischen Israel, der Claims Conference und der Bundesrepublik geschlossenen Luxemburger Abkommens gibt Anlass zur historischen Betrachtung und zum Blick auf den heutigen Umgang mit dem unseligen Nazi-Erbe.


Der Weg in die Diktatur. Die Folgen der Machtübergabe vom 30. Januar 1933

Mit: Rabbiner Professor Dr. Andreas Nachama, Berlin (Vortrag) und Bürgermeister Christoph Tesche (Grußwort)
Termin: 30.01.2023, 18.00 Uhr
Ort: wird noch bekannt gegeben
Kooperation: VHS Recklinghausen, Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Kreis Recklinghausen e.V
Anmeldung: koch@gee-online.de

Als Hitler vor 90 Jahren, am 30. Januar 1933, von Reichspräsident Paul von Hindenburg zum Reichskanzler ernannt wurde, schien es vielen Deutschen, als sei dies nur eine weitere der häufigen Regierungsbildungen, die man in der Weimarer Republik erlebt hatte. Es handelte sich jedoch um eine Regierungsbildung, mit der Politiker an die Macht gekommen waren, die von vornherein die parlamentarische Demokratie abschaffen und durch ein autoritär-staatliches politisches System ersetzen wollten, ohne freie Wahlen, ohne Parteienkonkurrenz, ohne unabhängige Justiz.

Der Vortrag wird einen Überblick über die Etablierung der NS-Diktatur im Jahr 1933 geben, die Maßnahmen der als »Machtergreifung« bezeichneten Machtübergabe dokumentieren und zeigen, dass der massive Einsatz politischer Gewalt für die Durchsetzung der NS-Herrschaft kennzeichnend war.